Baukindergeld (424): Aktuelle Bedingungen und Voraussetzungen

Das Baukindergeld beschreibt eine staatliche Förderung, von der Familien profitieren können, die eine Immobilie kaufen oder bauen. Alle wichtigen Infos erhalten Sie in unserem Ratgeber.

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Was ist das Baukindergeld?

Beim Kauf einer Immobilie kann von verschiedenen staatlichen Förderungen profitiert werden. Dazu zählen die Förderprodukte der Kreditanstalt für Wiederaufbau, auch KfW genannt. Für Immobilienkäufer mit einem oder mehreren Kindern kommt das sogenannte Baukindergeld infrage. Der Förderzeitraum des Baukindergelds ist mittlerweile abgelaufen, einen Antrag auf Förderung kann trotzdem noch bis Ende 2023 gestellt werden. Wer einen Anspruch auf die Förderung hat, zu welchen Konditionen das Baukindergeld vergeben wird und wie man es beantragt, wird im Folgenden erklärt.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist das Baukindergeld?
  2. Was wird mit dem Baukindergeld gefördert?
  3. Wer kann das Baukindergeld beantragen?
  4. Zu welchen Konditionen gilt das Baukindergeld?
  5. Wie funktioniert das Baukindergeld? Schritt-für-Schritt-Anleitung
  6. Welche Risiken sind mit dem Baukindergeld verbunden?

1. Was ist das Baukindergeld?

Das Baukindergeld beschreibt eine staatliche Förderung, von der Familien profitieren können, die eine Immobilie kaufen oder bauen. Ziel der Förderung ist es, den Erwerb einer Immobilie zu erleichtern. Das Baukindergeld knüpft gewissermaßen an die 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage an. Die Vergabe erfolgt durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, hier kann die Förderung unter den Bedingungen des KfW-Programms 424 (Baukindergeld) beantragt werden. Die Förderung muss nicht zurückgezahlt werden.

Seit Herbst 2018 konnten Familien das Baukindergeld beantragen, mittlerweile ist es ausgelaufen. Der Förderzeitraum erstreckt sich über den 01.01.2018 bis zum 31.03.2021. Wer in diesem Zeitraum eine Baugenehmigung erhalten oder einen Kaufvertrag unterschrieben hat, konnte innerhalb von sechs Monaten nach Einzug die Förderung erhalten. Die Antragsfrist für die Förderung läuft am 31.12.2023 aus, bis dahin haben Familien noch Zeit, den entsprechenden Antrag einzureichen.

2. Was wird mit dem Baukindergeld gefördert?

Mit dem Baukindergeld werden Familien gefördert, die ein Haus bauen oder kaufen, um anschließend selbst einzuziehen. Auch der Kauf einer Eigentumswohnung kann durch das Baukindergeld gefördert werden, vorausgesetzt die Käufer ziehen in die Immobilie ein. Wer zur Miete in einer Wohnung oder einem Haus wohnt und die Immobilie erwerben möchte, um sie weiterhin für sich zu nutzen, kann ebenfalls vom Baukindergeld profitieren.

3. Wer kann das Baukindergeld beantragen?

Familien, die mindestens ein Kind haben, können vom Baukindergeld Gebrauch machen. Alleinerziehende sind eingeschlossen. Als Voraussetzung gilt, dass mindestens eins der Kinder mit in dem Haus wohnt, zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als 18 Jahre ist und dementsprechend noch das Kindergeld erhält. Wichtig ist auch, dass es sich bei der Immobilie um das einzige Objekt im Besitz der Käufer handelt. Wenn eines der Haushaltsmitglieder bereits eine Immobilie besitzt, hat die Familie keinen Anspruch auf das Baukindergeld. Auch beim Verdienst gibt es eine entscheidende Obergrenze. Demnach erhalten nur die Familien das Baukindergeld, deren Haushaltseinkommen bei einem Kind die Grenze von 90.000 Euro nicht übersteigt. Für jedes weitere Kind dürfen 15.000 Euro mehr verdient werden, um im Rahmen der Förderung zu liegen. Der Durchschnitt des Einkommens des zweiten und dritten Kalenderjahres vor der Antragstellung zählt hier als Richtwert.

Eine weitere Grundvoraussetzung für den Erhalt des Baukindergeldes ist die Datierung des Kaufvertrages bzw. der Baugenehmigung auf ein Datum zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.03.2021. Der Antrag auf das Baukindergeld muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Einzugstermin gestellt werden.

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4. Zu welchen Konditionen gilt das Baukindergeld?

Die Höhe des Baukindergeldes beläuft sich auf 1.200 Euro pro Kind und Jahr. Die Auszahlung erfolgt über zehn Jahre, nachdem die Immobilie gekauft oder gebaut wurde hinweg. Über den gesamten Förderzeitraum können so 12.000 Euro pro Kind bewilligt werden. Die Anzahl der Kinder, für die eine Förderung bewilligt werden kann, ist unbegrenzt. Wie groß die Immobilie ist, spielt bei der Vergabe der Förderung keine Rolle. Wichtig ist jedoch, dass der Kauf- oder Baupreis nicht niedriger als die Fördersumme sein darf.

Anzahl der Kindermax. HaushaltseinkommenZuschuss pro JahrZuschuss gesamt in zehn Jahren
190.000 Euro1.200 Euro12.000 Euro
2105.000 Euro2.400 Euro24.000 Euro
3120.000 Euro3.600 Euro36.000 Euro

5. Wie funktioniert das Baukindergeld? Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wer die Voraussetzungen für das Baukindergeld erfüllt, muss einige Dinge bei der Beantragung beachten, damit die Förderung ausgezahlt werden kann. Wie Sie am besten dabei vorgehen, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt:

Schritt 1: Einzug in das neue Heim

Wenn die Familie in die neue Immobilie eingezogen ist, ist es Zeit, sich bei der Gemeinde an- bzw. umzumelden. Die Gemeinde stellt eine Meldebestätigung aus, die später als Nachweis für das Einzugsdatum gebraucht wird.

Schritt 2: Zuschuss beantragen

Nachdem die Familie in die Immobilie eingezogen ist, gilt eine Antragsfrist von sechs Monaten. Innerhalb dieser sechs Monate muss der Antrag online im KfW-Zuschussportal gestellt werden. Hier kommt die Meldebestätigung ins Spiel: Als offizieller Einzugstermin gilt das Datum, das in der Meldebestätigung als Einzugsdatum vermerkt ist. Falls die Familie bereits vor dem Kauf in der Immobilie gewohnt hat, gilt die sechsmonatige Frist ab dem Tag, an dem der Kaufvertrag unterzeichnet wurde.

Hinweis: Eine Antragstellung ist nur möglich, wenn das Kind bereits geboren ist. Sollte die Frau noch schwanger sein, kann die sechsmonatige Antragsfrist ausgeschöpft und bis zur Geburt des Kindes gewartet werden.

Schritt 3: Identität nachweisen

Nachdem der Antrag gestellt wurde, erhält der Käufer eine Antragsbestätigung, die im KfW-Zuschussportal unter „Meine Zuschussanträge“ zu finden ist. Der Antragsteller muss nun seine Identität nachweisen – das erfolgt entweder online per Video-Identifizierung oder per Postident in einer Filiale der Deutschen Post.

Schritt 4: Nachweise hochladen

Sobald der Antrag auf Baukindergeld bestätigt wurde, hat der Antragssteller drei Monate Zeit, die Nachweise im Zuschussportal hochzuladen. Nur wenn die Nachweise fristgerecht eingereicht werden, kann das Baukindergeld ausgezahlt werden. Zu den Nachweisen zählen:

Genauere Informationen zu den jeweiligen Unterlagen erhalten Sie auf der offiziellen Seite der KfW.

Die Bearbeitungszeit für die Nachweise beläuft sich auf sechs bis acht Wochen. Hohe Antragszahlen können vereinzelt zu längeren Bearbeitungszeiten führen.

Schritt 5: Zuschuss erhalten

Über die erfolgreiche Prüfung der Nachweise wird der Antragsteller über das KfW-Zuschussportal sowie per E-Mail informiert. Der Zuschuss wird auf das Konto des Antragstellers ausgezahlt. Wann die erste Zahlung erfolgt, kann der Auszahlungsbestätigung entnommen werden. Diese ist im Zuschussportal unter „Meine Anträge“ zu finden.

6. Welche Risiken sind mit dem Baukindergeld verbunden?

Der Immobilienkauf ist generell mit einigen Risiken verbunden, die auch für das Baukindergeld gelten. Trotz niedriger Zinssätze bedeutet der Kauf oder Bau einer Immobilie eine hohe finanzielle Belastung über einen langen Zeitraum hinweg. Verschiedene Arten der Immobilienfinanzierung unterstützen den Käufer bei der Finanzierung der eigenen vier Wände. Egal ob Annuitätendarlehen oder Vollfinanzierung, die Immobilienfinanzierung birgt immer auch ein Risiko.

Die hohen Immobilienpreise können im Fall einer Erkrankung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes zu einer Überschuldung führen. Besonders einkommensschwache Familien können von einer zu knapp bemessenen Finanzierung getäuscht und vor große finanzielle Herausforderungen gestellt werden. Ein realistischer Finanzierungsplan kann bösen Überraschungen vorbeugen und die entstehenden Kosten veranschaulichen.

Tip

Top Tipp:

Das Baukindergeld als staatliche Förderung kann helfen, Familien den Traum von einem Eigenheim zu ermöglichen. Eine genaue Planung der Immobilienfinanzierung auch über die zehn Jahre hinaus ist dabei ein Muss. Über die Anschlussfinanzierung und eventuell steigende Zinsen sollte sich der Kreditnehmer im Vorfeld genauestens informieren. Welche Arten der Immobilienfinanzierung es gibt, für wen sie geeignet sind und welche Vorteile sie bieten, erfahren Sie in unserem Ratgeber rund um die Immobilienfinanzierung.

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